Wer hat den Aktenordner erfunden?

Der erste Aktenordner wurde bereits 1886 von Friedrich Soennecken aus Bonn erfunden, der nur kurze Zeit später auch die Entdeckung des zugehörigen Lochers auf seinem Konto verbuchen konnte. Die heutige typische Form des Ordners wurde jedoch von Erich Kraut und Louis Leitz in seiner gleichnamigen Firma in Stuttgart weiterentwickelt.

Heutzutage wird der Ordner weltweit produziert und ist in jedem Haushalt, in jedem Büro und in jeder Arztpraxis zu finden. Er dient zur Ablage und Sortierung von losen Blättern und ist in verschiedenen Größen und Farben erhältlich. Neben dem typischen Design kann man auch seine Ordner selbst gestalten. Ob breit oder schmal, klassisch oder individuell – den verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten sind heutzutage keine Grenzen mehr gesetzt.

Die einzelnen Bestandteile

Jeder Aktenordner verfügt über einen Tippklemmer, der mithilfe einer Öffnungs- und Schließmechanik die einzelnen Blätter fixiert. Die dadurch entstehende Festigkeit wird durch das feste Metall, meist glanzvernickeltes Stahlblech, gegeben. In der Basis befinden sich zudem zwei parallel verlaufende, längs ausgerichtete Drähte aus Federstahl. Auf ihr wurde des Weiteren ein Hebel aus Kunststoff oder Blech montiert, der durch Drücken die darunter befindlichen Stäbe in der Mitte auseinanderdrückt. An den Enden unterstützt die Hebelbetätigung ein Zusammenrücken, wodurch die Laufringe des Ordners eingespannt werden. Dadurch sitzt der Tippklemmer fest am Aktenordner und verhindert das Verrutschen einzelner Blätter.

Gute Orientierung

Auf dem Rücken des Ordners klebt immer ein Rückenschild, das – je nach Hersteller – unterschiedlich aussieht. Auf dem Etikett kann man den Inhalt der Blätter in Form einer groben Überschrift umschreiben, damit man auch noch Jahre später den Überblick behält. Darüber hinaus besitzt jeder Ordner auf seiner Rückseite ein Griffloch – dadurch kann man ihn schnell aus einer größeren Sammlung von Aktenordnern ziehen.

Die einzelnen Blätter werden mithilfe eines Klemmbügels zusammengedrückt. In der Regel haben die Zettel in Deutschland und in vielen anderen Ländern ein DIN-A4-Format und werden entsprechend mit einem Zwei- oder Vierloch-Ringsystem abgeheftet. Sollte das Papier eine andere Größe haben, gibt es auch noch Dreilochsysteme. Trotzdem sind die Systeme in Europa nicht immer kompatibel – in Schweden wird unter anderem ein Vierlochsystem mit anderen Lochstäben hergestellt, ebenso kann auch die Ordnermechanik von der deutschen abweichen.

Weiter gibt es noch spezielle Aktenordner, die mit Raumsparschlitzen, zwei schlitzförmige Öffnungen in einem der seitlichen Deckel, ausgestattet sind, durch die (im geschlossenen Zustand) die Metallbügel herausschauen. Durch diesen Effekt können die Ordner platzsparender aufgereiht werden. Aufgrund der Schlitze im Deckel entsteht sogar eine sehr hohe Standsicherheit im Ordnerregal oder Ordnerschrank.