Der Zauber der Großstadt: Warum will eigentlich jeder nach Berlin?

Die Bundeshauptstadt zieht Menschen aus der ganzen Welt magisch an, denn keiner anderen deutschen Stadt wird so viel Internationalität, Vielfalt und Toleranz zugesprochen wie Berlin. Einheimische nennen sie liebevoll die Stadt der vielen Dörfer und bei Zugezogenen dauert es nicht lange, bis sie von ihrem Kiez schwärmen.

Das Konzept arm, aber sexy: Die Stadt in Zahlen

Die Stadt der Currywurst und der Schrippe hat viel zu bieten. Sie lässt Platz für die Berliner Schnauze, die viele aus dem bodenständigen Norden oder konservativen Süden als erfrischend, manchmal als nervig, aber in jedem Fall als typisch für Berlin empfinden. Allein durch ihre 3,5 Millionen Einwohner stellt die Hauptstadt andere Städte locker in den Schatten. 2013 wuchs die Stadt um 47.800 neue Einwohner. Ähnliches sagen die Zahlen zum Tourismus, die 2013 auf ein Rekordniveau von rund 27 Millionen Übernachtungen gestiegen sind. Der durchschnittliche Berliner hat dabei meist nicht viel, aber er braucht auch nicht viel. Die typische kleine Altbau-Wohnung mit 2,4 Zimmern bestimmt dabei die Lebensart. Doch woher kommt dieser Hype um die Stadt der Städte? Was macht das Lebensgefühl so besonders und kann die Stadt halten, was sie den Neuankömmlingen verspricht?

Kreative Hymnen, eigensinnige Stadteile und offene Türen

Im Radio sind es musikalische Vertreter wie Culcha Candela oder Peter Fox, die Lust auf die Hauptstadt machen. Vor allem im Song Schwarz zu Blau wird dabei die Eigenart der Stadt deutlich.

Berlin frisst auf, nimmt den Menschen manchmal die Ruhe durch die geschäftige Hektik, das Gemütliche durch den vielen Müll und die Sicherheit durch einige Problembezirke. Das Gute dabei: Alle drei Dinge kann man sich in einem der vielen mit Liebe geführten urigen Cafés, im Edelviertel Charlottenburg oder einer Kanufahrt auf der Spree zurückholen. Und die kreativen Schübe scheint man sich im Prenzlauer Berg zu holen, wo die Künstlerdichte besonders hoch sein soll. Dieses Nehmen und Geben macht den Charme der Stadt und seiner Bewohner aus. Gleichzeitig schafft der geschichtsträchtige Hintergrund der Stadt einen spannenden Kontrast zu den modernen hippen Bewohnern. Die manchmal ruppigen Berliner muss man zu nehmen lernen. Aber Filme und Serien nehmen schließlich nicht umsonst die Hauptstadt als Kulisse. Der Funke von Abenteuer, von einer Veränderung, die ständig eintreten und alles verändern kann, hängt in der Luft. Schließlich werden in dieser Stadt deutlich mehr Start-Ups aus der Taufe gehoben als anderswo. Die Medien sprechen schon von dem Silicon Valley in Europa. Gleichzeitig sollte man sich nichts vormachen. Gerade die Randbezirke sind geprägt von Plattenbauten, von Armut und dem Kampf gegen die soziale Bedeutungslosigkeit.

Fazit: Berlin ist eine Typsache. Viele wollen hin, aber nur wenige bleiben ein Leben lang. Für die meisten der inländischen wie ausländischen Zugezogenen ist es eher eine aufregende Zwischenstation als der Ort zum Niederlassen und zum Sesshaftwerden.