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Was genau ist die soziale Pflegeversicherung

Frage vom 16.08.2013, 12:36 PM Uhr - gestellt und beantwortet von Olli - Für die Kategorie: Medizin und Gesundheit, Versicherungen - Kommentare deaktiviert für Was genau ist die soziale Pflegeversicherung

Seit 1995 gibt es die soziale Pflegeversicherung in Deutschland. Diese Versicherung ist ein Segment der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie bietet etwa 80 Millionen Menschen Versicherungsschutz bei Pflegebedürftigkeit. Was genau verbirgt sich hinter der Versicherung?
Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland beziehen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer Leiden sind sie nicht in der Lage, die Anforderungen des täglichen Lebens allein bewältigen zu können.
Die gesetzliche Pflegeversicherung sichert die Bürger gegen grundlegende Risiken einer zukünftigen Pflegebedürftigkeit ab. Gesetzlich ist der Pflegebegriff eindeutig definiert. Es ist auch festgeschrieben, wer bedürftig ist. Weitere Informationen zur Pflegeversicherung gibt es zum Beispiel im Seniorenratgeber von Wohnen-im-alter.de.

Welche Personen sind pflegebedürftig?

Dauerhafte Krankheiten oder Behinderungen körperlicher, geistiger oder seelischer Art sind das Kriterium für Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung.
Um Leistungen erhalten zu können, muss der Versicherte einen entsprechenden Antrag stellen, in dem auch eine bestimmte Vorversicherungszeit nachzuweisen ist.
Weil die Pflegeversicherung eine Pflichtversicherung ist, sind alle gesetzlich in einer allgemeinen Ortskrankenkasse, in Ersatz- und Betriebskrankenkassen, in Innungskrankenkassen, der Bundesknappschaft oder der landwirtschaftlichen Sozialversicherung Versicherten gleichzeitig auch pflegeversichert. Das betrifft zugleich mitversicherte Familienangehörige.
Privat Krankenversicherte müssen sich auch privat pflegeversichern.

© BananaStock/Thinkstock

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Der Leistungsumfang

Die gesetzliche Pflegeversicherung erbringt Geld- und Sachleistungen. Berechnungsgrundlage ist die Einstufung der Hilfsbedürftigen in Pflegestufen. Zur Festlegung der Pflegestufen werden grundsätzlich notwendige Hilfeleistungen zur Bewältigung des alltäglichen Lebens herangezogen.
Das umfasst:
– Nahrungsaufnahme
– Körperpflege,
– Kämmen,
– Rasieren,
– Zahnpflege,
– Toilettengänge,
– Bereitstellung von Mobilitätshilfen für eine selbstständige Lebensführung.
Die Leistungen der Pflegeversicherung erhöhen oder verringern sich entsprechend der individuell zuerkannten Pflegestufe.

Die Pflegestufen

Es gibt drei Pflegestufen. Sie regeln den Grad der Hilfebedürftigkeit und den zeitlichen Pflegeaufwand. So sind sie ausschlaggebend für Art und Umfang der Unterstützung. Zuerkannt werden die beantragten Pflegestufen von den Pflegekassen. Gesetzliche Basis ist das SGB XI, § 15.
– Stufe 1: Erhebliche Pflegebedürftigkeit
Hilfebedarf von mindestens 90 Minuten täglich.
– Stufe 2: Schwere Pflegebedürftigkeit
Täglicher Hilfebedarf bei mehr als 180 Minuten, davon bis 120 Minuten für Grundpflegeleistungen.
– Stufe 3: schwerste Pflegebedürftigkeit
Mehr als 300 Minuten Pflegebedarf täglich. Davon mindestens 240 Minuten Grundpflege.
Bei einem über die Pflegestufe 3 hinausgehenden Mehrbedarf sind weitergehende Leistungen der Pflegekasse bis hin zur vollstationären Pflegeleistung möglich. So sollen besondere Härten vermieden werden.

Die Finanzierung

Der gesetzliche Beitragssatz beträgt aktuell 2,05 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung. Die Beiträge werden wie alle Sozialabgaben monatlich abgeführt. Familienversicherte sind beitragsfrei.
Kinderlose ab 23 Jahre oder mit einem Geburtsdatum nach dem 31.12.1939 zahlen Beitragszuschläge in Höhe von 0,25 Prozent.
Es gibt Obergrenzen für die Beitragszahlung. Ab deren Überschreitung besteht eine freiwillige Versicherung.
Rentner tragen ihre Beiträge vollumfänglich, dabei gelten der Umfang der gesetzlichen Rente und weiterer Einkünfte bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze als Berechnungsgrundlagen.
Auch Studenten sind gesetzlich pflegeversichert. Zurzeit stellen die Pflegekassen monatlich 12,24 Euro bzw. 13,73 Euro für Kinderlose ab 23 Jahre in Rechnung.
Die Beiträge registrierter Arbeitsloser werden von der Arbeitsagentur übernommen.